Kunst

Von Moskau über St. Blasien bis nach Rom: Drei Fragen an … Konstantin Weber-Chubays (15 Jahre), Maler

Mit zweieinhalb Jahren begann Konstantin Ferdinand Weber-Chubays zu malen, mit sechs folgte seine erste Einzelausstellung in Moskau. Heute besucht

Von Moskau über St. Blasien bis nach Rom: Drei Fragen an … Konstantin Weber-Chubays (15 Jahre), Maler

Mit zweieinhalb Jahren begann Konstantin Ferdinand Weber-Chubays zu malen, mit sechs folgte seine erste Einzelausstellung in Moskau. Heute besucht der 15-jährige das Internat des Kollegs St. Blasien im Schwarzwald und befindet sich an einem besonderen Punkt seiner künstlerischen Entwicklung: Nach Jahren der Ausbildung zwischen Moskau und Georgien arbeitet er erstmals weitgehend ohne Lehrer an einer ganz eigenen Bildsprache. Zwischen Schwarzwälder Internatsalltag und Ferien im italienischen Elternhaus begegnen sich in seinen Bildern neue realistische Einflüsse und das besondere Licht Italiens. Wie aus diesem Rückzugsraum neue Kunst entsteht und wie er Schulalltag und Kunst unter einen Hut bekommt, erzählte Konstantin im Interview mit Elisabeth Jockers. Seine Arbeiten sind noch bis bis 18. Oktober 2026 in der Soloausstellung „Dall’Anima al Colore – Impressioni di un Visionario“ in der Galleria Internazionale „Area Contesa“ in der Via Margutta in Rom zu sehen.

Kultur Joker: Du hast schon mit sieben Jahren im Schnee vor einer alten Kirche gezeichnet und lebst heute im Internat des Kollegs St. Blasien im Schwarzwald. Wie wichtig ist die Umgebung deine Bilder?

Konstantin Weber-Chubays: Die Umgebung, in der ich mich befinde, ist für meine Bilder sehr wichtig. Viele meiner Bilder haben sehr dramatische Wolken, die große Inspiration von den italienischen Sommerhimmeln tragen. Der Nebel, der mir meiner Meinung nach gut gelingt, klappt nur, da ich ihn so oft aus dem Fenster des Internats sehe.

Viele meiner Bilder sind echte Orte und daher auch gewissermaßen umgebungsinspiriert, doch selbst die ausgedachten Landschaften beinhalten echte Details, oft ist ein echter Himmel zu sehen oder reale Strukturen, die ich in diese Welten miteinbringe. Manchmal beeinflussen diese Orte auch meine Farbpalette. Die Bilder, die ich in Italien male, haben oft eine wärmere Farbauswahl als die, die ich in kälteren Ländern male, nicht dass ich etwas gegen Kälte habe.

Aber das Allerwichtigste ist, einen ruhigen Ort zu finden, denn wenn jemand immer stört, schaffe ich es nicht, mich vollständig auf das Gemälde zu fokussieren. Wenn das nicht geht, hilft selbst die schönste Aussicht nicht.

Kultur Joker: In deinen früheren Werken hast du schnell und mit dicken Pinselstrichen gemalt, während du heute an feinen Details und Lichtstimmungen arbeitest. Was hat dich dazu gebracht, deine Malweise so stark zu verändern?

Konstantin Weber-Chubays: Der Wandel meines Stils hing und hängt meiner Meinung nach stark von meinen Lehrern ab. Ich hatte ja recht viele Lehrer, die alle zu meinem Stil beigetragen haben. Jeder von denen hatte eine andere Technik und ich denke, dass man dies anhand meiner Bilder gut sehen kann.

Ich brauchte nicht einmal groß auf die Daten zu schauen, um zu verstehen, in welchem großen Zeitraum ich ein Bild gemalt bzw. gezeichnet habe, so stark waren die Einflüsse meiner Lehrer.

Mir persönlich ging es immer darum, den Betrachter mit in die Geschichte einbringen zu können, weshalb ich immer weiter ins Detail gegangen bin. Ich habe mich nie sehr wohl gefühlt mit dem Abstrakten, was ironisch klingt, wenn man sieht, dass mein größtes Bild in sich selbst eine Abstraktion ist. Dennoch kamen mit jedem neuen Lehrer und der sich verändernden Umgebung neue Erkenntnisse, und meine Fähigkeiten wurden immer mehr erweitert. Die allergrößte Änderung kam jedoch, nachdem ich keine Lehrer mehr hatte, denn da war ich nur noch auf mich selbst gestellt.

Kultur Joker: Wie schaffst du es, den Alltag zwischen Schulaufgaben, Internatsleben und der Zeit an der Leinwand auszubalancieren?

Konstantin Weber-Chubays: Meine künstlerischen Freiheiten sind an sich nicht eingeschränkt in der Schule. Im Prinzip spare ich mir die Zeit, die man braucht, um zur Schule zu kommen, und reinvestiere die Zeit in meine Gemälde. Sonntage sind bei mir auch sehr produktiv.

Konstantin Weber-Chubays: “The World Through the Yellow Glasses”, derzeit ausgestellt in Rom Fotos: Konstantin Weber-Chubays

Eine Herausforderung wird aber sein, meine Freizeit beizubehalten mit dem Anbruch der Kursstufe, denn jetzt zählen die Noten noch einmal mehr und der Stoff wird auch immer schwieriger. Mit dem Internatsleben sind Sachen aber viel einfacher. Da ich seit einem Jahr ein Einzelzimmer zur Verfügung habe, wurde das Zimmer zu einem Studio.

Kultur Joker: Lieber Konstantin, danke für deine Antworten.

About Author

Elisabeth Jockers