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Technischer Fortschritt mit tödlichen Folgen: Was wir tun können um den Igeln zu schützen

Igel spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem, indem sie z.B. Schnecken und Insekten fressen und so die biologische

Technischer Fortschritt mit tödlichen Folgen: Was wir tun können um den Igeln zu schützen

Igel spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem, indem sie z.B. Schnecken und Insekten fressen und so die biologische Kontrolle in ihren Lebensräumen fördern. Sie tragen zur Belüftung des Bodens bei und sind Indikatoren für die Gesundheit ihres Lebensraums. Doch die Zahl der westeuropäischen Igel geht laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) stark zurück. In den letzten zehn Jahren sei die Igelpopulation um bis zu 33 Prozent gesunken, in Flandern und Bayern sogar um 50 Prozent. Dass Igel vom Aussterben bedroht sind, liegt hauptsächlich am Lebensraumverlust, Pestizidgebrauch und der Klimaerwärmung.
Ein Gefährdungsfaktor rückt dabei zunehmend in den Fokus der öffentlichen Debatte: der Einsatz von Mährobotern in Gärten und Grünanlagen. Was für viele als praktische Alltagserleichterung gilt, entwickelt sich vor allem nachts zu einer erheblichen Gefahr für nachtaktive Wildtiere wie den Igel. Die Geräte erkennen die Tiere oft nicht zuverlässig. Igel wiederum reagieren auf Bedrohung nicht mit Flucht, sondern rollen sich als Schutzmechanismus zusammen, was sie gegenüber den rotierenden Messern der Geräte nahezu schutzlos macht. Die Folgen reichen von schweren Verletzungen bis hin zum Tod.
Vor diesem Hintergrund wurde im Gemeinderat mit breiter Mehrheit am 19.5.2026 ein Prüfauftrag auf den Weg gebracht, der die rechtlichen und praktischen Möglichkeiten eines nächtlichen Fahrverbots für Mähroboter untersucht.
Laut Befürworter:innen würde ein Nachtfahrverbot keine unzumutbare Einschränkung für Gartenbesitzerinnen darstellen, könnte aber einen erheblichen Beitrag zum Schutz der heimischen Tierwelt leisten. Während tagsüber gemähte Flächen ein Kompromiss zwischen Nutzung und Technik bleiben, würde eine zeitliche Begrenzung die gefährlichste Phase für Igel, die Dämmerung und Nachtstunden, in denen sie aktiv auf Nahrungssuche gehen, entschärfen. Gleichzeitig könne eine solche Regelung auch eine sensibilisierende Wirkung entfalten, indem sie die oft unsichtbaren Folgen automatisierter Gartenpflege stärker ins Bewusstsein rückt.
Neben politischen Maßnahmen kommt dem individuellen Handeln weiterhin große Bedeutung zu. In Gärten fehlt es Igeln häufig an Unterschlupf- und Nahrungsmöglichkeiten. Der NABU empfiehlt eine naturnahe Gartengestaltung ohne chemische Pflanzenschutzmittel und Rückzugsorte sowie sichere Wege für Igel zu schaffen. Ein kleiner Durchschlupf von mindestens 10 x 10 Zentimeter im Gartenzaun genügt, um Igeln Zugang zum Garten zu ermöglichen.
Ein einfaches Hilfsmittel ist das Aufstellen von Tränken mit frischem Wasser. Flache Schalen oder alte Blumentopfuntersetzer eignen sich besonders gut. Diese sollten regelmäßig gereinigt und bei heißen Temperaturen täglich mit frischem Wasser gefüllt werden. Wer Igel in Gärten füttern will, sollte darauf achten, dass das Futter artgerecht ist. Besonders geeignet sind getreidefreies Katzenfutter oder Igeltrockenfutter ohne Zuckerzusätze. Wichtig ist, dass Igel nur in Zeiten gefüttert werden, wenn sie in der Natur wenig Nahrung finden, etwa im Herbst.
Der Rückgang der Igel zeigt exemplarisch, wie eng ökologische Fragen mit alltäglichen Entscheidungen in Gärten, Kommunen und Politik verknüpft sind. Ob durch politische Regelungen wie ein mögliches Nachtfahrverbot für Mähroboter oder durch individuelle Anpassungen im eigenen Garten, der Schutz dieser Art liegt bei uns allen.

Weitere Infos: freiburg-lebenswert­.de

Foto: Igel brauchen unsere Hilfe © pexels/Alexas Fotos

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Alisa Guschker