Verdammt glücklich: Drei Fragen an … Shirin Saber, Leitung Öffentlichkeitsarbeit am Theater Freiburg
Seit 2022 leitet Shirin Saber die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit am Theater Freiburg. Gemeinsam mit ihrem Team koordiniert sie die Pressearbeit,
Seit 2022 leitet Shirin Saber die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit am Theater Freiburg. Gemeinsam mit ihrem Team koordiniert sie die Pressearbeit, den Online- und Social-Media-Auftritt, Publikationen wie die Monatsspielpläne, Programmhefte und Spielzeitpublikationen sowie die Außenwerbung des Theaters. Erst im Mai dieses Jahres hat das Team um Intendant Felix Rothenhäusler das Programm der Saison 2026/27 am Theater Freiburg vorgestellt. Nach der großen Selfie-Kampagne zum Intendanzstart lädt das neue Spielzeitmotto „Willst du mit mir gehen?“ das Publikum dazu ein, Freundschaft zu schließen. Im Gespräch mit Elisabeth Jockers verrät Shirin, was sie am meisten im Theaterbetrieb überraschte, wie wichtig Sinnhaftigkeit im Beruf ist und was sie eigentlich verdammt glücklich macht.
Kultur Joker: Was ist der größte Unterschied zwischen dem, was das Publikum auf der Bühne sieht, und dem, was tatsächlich hinter der Bühne passiert?
Shirin Saber: Ich habe mir früher – bevor ich selbst angefangen habe, am Theater zu arbeiten – immer vorgestellt, dass während der Vorstellung hinter der Bühne sicher absolute Ruhe und große Anspannung herrscht. Das ist in manchen Produktionen tatsächlich so – aber viel häufiger geht es backstage sehr entspannt und zuweilen sogar richtig ausgelassen zu. Am Inspizientenpult versammeln sich oft viele Kolleg*innen (Ensemble-Mitglieder, Mitarbeitende der Requisite, Ankleider*innen, Bühnentechniker*innen), schauen von der Seite zu, scherzen miteinander… Das ist eine große Party! Bei einer längeren Pause vor dem nächsten Einsatz warten viele Schauspieler*innen oder Sänger*innen auch nicht angespannt in Bühnennähe, sondern gehen in ihre Garderoben oder in die Kantine. Da sieht man dann auch schon mal Ensemblemitglieder in komplettem Kostüm und Maske einen Kaffee trinken oder ein Fußballspiel im TV anschauen… Manchmal passieren natürlich auch kleine Pannen während der Vorstellung, von denen man im Publikum aber selten etwas mitbekommt, weil unser Ensemble in solchen Situationen natürlich profi-mäßig drüber hinweg spielt. Eine Vorstellung hinter der Bühne zu verfolgen, liebe ich tatsächlich mindestens genauso sehr wie Theater im Zuschauerraum gucken.
Kultur Joker: Wenn Sie nicht am Theater wären, in welchem Beruf würden wir Sie heute finden? Und warum?
Shirin Saber: Bevor ich ans Theater kam, war ich in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Vielleicht wäre ich da heute immer noch, wenn sich der Wechsel in die Kultur damals nicht ergeben hätte. Grundsätzlich ist es mir wichtig, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Vor allem als Verantwortliche für Presse und Öffentlichkeitsarbeit muss ich hinter den Themen stehen, die ich nach außen hin „vermarkte“. Das ist beim Theater für mich zu 100 Prozent gegeben. Theater und Kultur im Allgemeinen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Bildung einer offenen, pluralistischen Gesellschaft, schaffen Räume für persönlichen Austausch und gemeinschaftliches Erleben und fördern die Fähigkeit zum Perspektivwechsel – eine zentrale Voraussetzung unseres demokratischen Zusammenlebens. Wenn ich nicht am Theater wäre, würde man mich vermutlich in einer anderen Kultur- oder Bildungseinrichtung finden, zum Beispiel in einem Literaturhaus, in einem Verlag oder einem Museum. In meinen tollkühnsten Aussteigerfantasien eröffne ich ein Café auf einer sonnigen Insel oder betreibe eine Tennisschule in Südfrankreich. Wer weiß, was noch kommt 🙂
Kultur Joker: Haben Sie, neben dem Theater, einen Lieblingsort in der Stadt, den Sie uns verraten möchten? Und warum gerade dieser Ort?
Shirin Saber: Die Tennisanlage des SC Freiburg im Möslestadion. Wenn ich gerade nicht im Theater bin, findet man mich dort. Beim Tennis spielen kann ich abschalten, bin einfach nur bei mir – und verdammt glücklich.
Kultur Joker: Herzlichen Dank für die Antworten!
Foto: Theater Freiburg




