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Die Geschichte hinter den Objekten: Fünf Basler Museen laden zur großen Provenienz-Tagung ein

Woher stammen die Kunstwerke, antiken Vasen, ethnografischen Textilien oder biologischen Artefakte in unseren Museen? Wie gelangten sie in die

Die Geschichte hinter den Objekten: Fünf Basler Museen laden zur großen Provenienz-Tagung ein

Woher stammen die Kunstwerke, antiken Vasen, ethnografischen Textilien oder biologischen Artefakte in unseren Museen? Wie gelangten sie in die öffentlichen Sammlungen des Kantons Basel-Stadt – und welche historischen Verflechtungen verbergen sich dahinter? In den letzten Jahren hat die Provenienzforschung international und lokal stark an Bedeutung gewonnen. Sie ist heute eine unerlässliche wissenschaftliche wie auch ethische Pflicht. Doch sie ist weit mehr als eine notwendige Aufarbeitung: Die systematische Nachforschung bietet die große Chance, tief in die Geschichte der Bestände vorzustoßen, vergessene Biografien zu rekonstruieren und neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Unter dem Titel „Die ganze Geschichte“ laden die fünf staatlichen Museen des Kantons Basel-Stadt am 5. September, 13.30 bis 17.30 Uhr die breite Öffentlichkeit in den Vortragssaal des Kunstmuseums Basel (Hauptbau) ein. Dort kann sich aus erster Hand über den aktuellen Stand, die Erfolge sowie die Herausforderungen der Provenienzforschung in den einzelnen Häusern informiert werden.

Transparenz und Aufarbeitung im Fokus

Teile der Sammlungsbestände in den Basler Museen weisen eine komplexe Vergangenheit auf. Sie stammen teilweise aus kolonialen Kontexten oder stehen womöglich im Zusammenhang mit dem Handel mit NS-Raubkunst sowie dem illegalen Antikenhandel. Um ethische Bedenken auszuräumen, offene Fragen lückenlos zu klären und Unrecht offenzulegen, leisten die staatlichen Museen seit Jahren intensive Recherchearbeit.

Diese zeitaufwendige Spurensuche wird vom Kanton Basel-Stadt maßgeblich unterstützt: Mit einer Rahmenausgabenbewilligung von einer Million Franken pro Jahr für die Periode 2023 bis 2026 stellt der Kanton die Weichen für eine nachhaltige Aufarbeitung. Ergänzt werden diese Mittel durch Förderungen des Bundesamtes für Kultur (BAK) sowie verschiedener Stiftungen.

Einblick in die Forschungspraxis aller fünf Häuser

Im Rahmen der halbtägigen Fachtagung im Hauptbau des Kunstmuseums Basel präsentieren die Direktionen sowie die Provenienzforscherinnen und -forscher aller fünf kantonalen Museen konkrete Fallbeispiele aus ihrer täglichen Arbeit.

Nach der Begrüßung durch Dr. Elena Filipovic, Direktorin des Kunstmuseums Basel, gewähren Dr. Andrea Bignasca und Dr. Vasiliki Barlou-Jäggi vom Antikenmuseum und der Sammlung Ludwig Basel Einblicke in die spurenreiche Recherche zu Objekten ohne eindeutige Herkunft. Das Historische Museum Basel widmet sich im Anschluss dem Schicksal von Arthur Einstein und der Biografie eines historischen Nautilusbechers, vorgestellt von Direktor Marc Zehntner und Archivar Dr. Karl Clemens Kübler.

Die materiellen und historischen Verflechtungen in der Ethnologie stehen im Zentrum des Beitrags von Dr. Friedrich von Bose und Basil Bucher, die Provenienzforschungen zur Textilsammlung am Museum der Kulturen Basel beleuchten. Um die Herkunftsgeschichte einer Plastik von Aristide Maillol und den „geliebten“ Radrennfahrer geht es im Beitrag des Kunstmuseums Basel, vorgetragen von Dr. Elena Filipovic und Dr. Tessa Rosebrock. Den Abschluss bildet das Naturhistorische Museum Basel: Co-Direktor Basil Thüring, Francisco González Alvarez (Präsident der Fundación Pueblo Kawésqar aus Chile) sowie Dr. Raphael Schwere sprechen unter dem Titel „Beyond Return“ über die Restitution von Ancestral Remains und die Bedeutung von Heilungsprozessen zwischen der Schweiz und Chile. Moderiert wird die gesamte Tagung von Yvonne Barmettler.

Die Teilnahme ist kostenlos. Aufgrund des begrenzten Platzangebots ist jedoch ein Ticket erforderlich, das online über den Ticketlink auf der Website des Kunstmuseums Basel bezogen werden kann. Weitere Infos: kunstmuseumbasel.ch/de/veranstaltungen

Foto: Aristide Maillol, Le coureur cycliste, 1907–1908, Kunstmuseum Basel, Foto: Martin P. Bühler

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