Kunst

Grenzgänger zwischen Kunst & Handwerk: Paul Boesch Kunstpreis 2026 geht an Raphael Hefti

Der renommierte Paul Boesch Kunstpreis geht 2026 an den Schweizer Künstler Raphael Hefti. Die mit insgesamt 50’000 Schweizer Franken

Grenzgänger zwischen Kunst & Handwerk: Paul Boesch Kunstpreis 2026 geht an Raphael Hefti

Der renommierte Paul Boesch Kunstpreis geht 2026 an den Schweizer Künstler Raphael Hefti. Die mit insgesamt 50’000 Schweizer Franken dotierte Auszeichnung gehört zu den bedeutendsten und am höchsten dotierten Kunstpreisen der Schweiz. Die feierliche Preisverleihung findet am 25. August im Kunstmuseum Bern statt.

Ein Grenzgänger zwischen Kunst, Handwerk und Industrieprozessen

Der künstlerische Weg von Raphael Hefti ist geprägt von einem außergewöhnlichen Werdegang. Nach einer Erstausbildung zum Elektroniker wandte er sich 1998 der bildenden Kunst zu. Seine akademische Ausbildung absolvierte er an der renommierten École cantonale d’art de Lausanne (ECAL) sowie an der angesehenen Slade School of Fine Art in London. Heute gehört der 1978 in Biel geborene Raphael Hefti zu den international profiliertesten Schweizer Künstler:innen seiner Generation. Im Zentrum seines vielfältigen Schaffens steht die kontinuierliche und radikale Auseinandersetzung mit industriellen Materialien sowie technischen Herstellungsprozessen. Anstatt diese Standardverfahren im gewohnten Rahmen anzuwenden, entfremdet Hefti sie gezielt und überführt die Ergebnisse in neuartige künstlerische Kontexte. In enger Zusammenarbeit mit spezialisierten Produktionsbetrieben erforscht er so die Schnittmengen zwischen bildender Kunst, traditionellem Handwerk und moderner Industrie.

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Seine Skulpturen, Objekte und Rauminstallationen entstehen häufig durch direkte Eingriffe in bestehende Fertigungsabläufe. Dabei setzt Hefti Werkstoffe extremen Belastungen und Überdehnungen aus, leitet chemische Reaktionen bewusst fehl oder manipuliert automatisierte industrielle Prozesse. Die daraus resultierenden Arbeiten zeichnen sich durch eine ästhetische Sprache aus, die technische Präzision mit faszinierender Unvorhersehbarkeit verbindet. Heftis Werke machen verborgene Strukturen und physikalische Kräfte sichtbar und werfen Fragen nach der Beherrschbarkeit von Materialien, dem Zusammenspiel von Kontrolle und Zufall sowie den Wesenseigenschaften unserer Stoffwelt auf.

Ein junger, hoch dotierter Preis mit Tradition und Sammlungsanbindung

Der Paul Boesch Kunstpreis wird seit dem Jahr 2016 einmal jährlich verliehen und zeichnet das herausragende Schaffen einer Schweizer Künstlerin oder eines Schweizer Künstlers im Bereich der Bildenden Kunst aus. Eine Besonderheit der Auszeichnung liegt in ihrer engen Verknüpfung mit der Berner Museumslandschaft: Die Preisvergabe ist stets mit dem Ankauf eines Kunstwerks verbunden, welches als Depositum der Paul Boesch Stiftung dauerhaft in die Sammlung des Kunstmuseums Bern gelangt.

Feierliche Preisverleihung im Kunstmuseum Bern

Die feierliche Überreichung des Paul Boesch Kunstpreises 2026 bildet einen Höhepunkt im Berner Kulturkalender. Die Verleihung findet am 25. August, um 18 Uhr im Kunstmuseum Bern statt. Die Veranstaltung beginnt mit einer Begrüßung durch den Stiftungsratspräsidenten Rolf Grädel, gefolgt von der Laudatio durch Nina Zimmer, der Direktorin des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee.

Bildnachweis: Raphael Hefti, zvg

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