Kunst

Alchemie der Druckkunst: Wolf Becke gibt das Grande Finale im Freiburger Kunstraum Nigra Monaĥejo

In der zeitgenössischen Druckgrafik gilt Wolf Becke als eine der innovativsten Stimmen. Unter dem Titel „printmaking changes“ präsentiert der

Alchemie der Druckkunst: Wolf Becke gibt das Grande Finale im Freiburger Kunstraum Nigra Monaĥejo

In der zeitgenössischen Druckgrafik gilt Wolf Becke als eine der innovativsten Stimmen. Unter dem Titel „printmaking changes“ präsentiert der Kunstraum Nigra Monaĥejo seit dem 25. Februar eine umfassende Werkschau des Künstlers, die einen tiefen Einblick in seine fortwährende Suche nach neuen grafischen Ausdrucksformen bietet. Becke, 1954 in Waibstadt geboren, lebt und arbeitet heute in Freiburg und Emmendingen. Sein künstlerischer Weg ist dabei von einer ungewöhnlichen akademischen Breite geprägt: Das Studium der Architektur, der Kunstpädagogik und der Mathematik bildet das Fundament für einen Stil, der technische Präzision mit malerischer Freiheit verbindet.

Der innovative Hoch-Tief-Druck
Im Zentrum der Ausstellung stehen Beckes neueste druckgrafische Arbeiten, die auf einem von ihm selbst entwickelten Verfahren basieren. Dieser spezielle Hoch-Tief-Druck ist zum Markenzeichen des Künstlers geworden. Das Verfahren ermöglicht es, hochpräzise Linienführungen mit einer außergewöhnlich intensiven Farbigkeit zu kombinieren.
Becke verwendet Offsetfarben und experimentiert mit variierenden Andruckstärken. Der Clou liegt jedoch in der nachträglichen Bearbeitung: Jedes Blatt wird individuell mit Acryl- oder Aquarellfarben ergänzt, wodurch jedes Werk den Status eines lebendigen Unikats erhält. In einer Disziplin, die traditionell auf die Reproduzierbarkeit setzt, bricht Becke bewusst mit der Norm: Kein Abdruck gleicht dem anderen.

Wolf Becke: „Neben dem Weg gibt es auch Spuren“ @ Wolf Becke

Spiel mit dem Unvorhersehbaren
Die gezeigten Arbeiten bewegen sich in einem spannungsvollen Feld zwischen streng kontrollierter Technik und spontaner Wirkung. Becke nutzt das Prinzip der Aleatorik – den Einbezug des Zufalls – ganz bewusst als gestalterisches Element. Diese Auseinandersetzung mit dem Unvorhersehbaren spiegelt seine künstlerische Vision wider, in der Technik niemals zum reinen Selbstzweck wird, sondern stets dem kreativen Prozess dient.
Beckes Motive verbinden persönliche Eindrücke und gesellschaftlichen Beobachtungen des Künstlers. Dabei lässt er den Betrachtenden Raum für eigene Interpretationen. Die Bandbreite der gezeigten Werke reicht von dynamischen, farbgewaltigen Kompositionen bis hin zu subtilen, feinsinnig nuancierten Blättern.

Grande Finale
Der Ausstellungsort selbst, der Kunstraum Nigra Monaĥejo, bietet für diese Schau einen besonderen Rahmen. Mitten im Herzen Freiburgs, in den denkmalgeschützten Räumen des historischen Schwarzen Klosters gelegen, bildet der Raum eine Schnittstelle zwischen architektonischem Erbe und moderner Kunst. Der Kunstraum verstand sich in den vergangenen Jahren als Plattform für regionale Künstlerinnen und Künstler. Mit Wolf Becke wird nun die vorerst letzte Ausstellung im Kunstraum Nigra Monaĥejo eröffnet.

Wolf Becke: Printmaking changes. Kunstraum Nigra Monaĥejo, Rathausgasse 48, Freiburg. Vernissage am 27. Februar, 18 Uhr. Mi-Fr von 13-18 Uhr sowie samstags von 12-17 Uhr. 25.02.-28.03.26

Bild: Wolf Becke: „it grows again“ @ Wolf Becke

About Author

Elisabeth Jockers