Literatur

Eine Stimme für das Ungesehene: Der Basler Lyrikpreis 2026 geht an Barbara Hundegger im Rahmen des 22. Internationalen Lyrikfestivals Basel

Barbara Hundeggers Gedichte legen offen, was sich hinter Routinen und Redewendungen versteckt, sie verschieben Blickwinkel, bis das scheinbar Selbstverständliche

Eine Stimme für das Ungesehene: Der Basler Lyrikpreis 2026 geht an Barbara Hundegger im Rahmen des 22. Internationalen Lyrikfestivals Basel

Barbara Hundeggers Gedichte legen offen, was sich hinter Routinen und Redewendungen versteckt, sie verschieben Blickwinkel, bis das scheinbar Selbstverständliche plötzlich hinterfragt wird. Hundegger ist eine Dichterin, die den sprachlichen Unterstrom hörbar macht, das Unausgesprochene, Verdeckte, Verdrängte. Seit Jahren schärft sie mit jedem Text ihr poetisches Sensorium für soziale Wirklichkeiten. Nun wird ihre Arbeit mit dem Basler Lyrikpreis 2026 gewürdigt. Die Auszeichnung wird im Rahmen des 22. Internationalen Lyrikfestivals Basel am 24. Januar, 19 Uhr im Literaturhaus Basel überreicht. Die Laudatio hält der Schweizer Literaturwissenschaftler Sascha Garzetti.

Barbara Hundegger gewinnt den Basler Lyrikpreis 2026 Copyright: www.fotowerk-aichner.at

Die österreichische Autorin Barbara Hundegger, die seit vielen Jahren zu den unverwechselbaren Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartslyrik zählt, überzeugt mit einer Sprache, die Präzision und emotionale Wucht kunstvoll vereint. Ihre Gedichte richten den Blick konsequent auf Menschen und Erfahrungen, die im gesellschaftlichen Alltag oft übersehen werden. Hundegger schreibt mit kritischer Wachheit, seziert Sprache und Realität und lotet aus, was hinter Oberflächen verborgen liegt. Nichts bleibt beiläufig. Jede Silbe ist gesetzt, jedes Weglassen bewusst. So entstehen Texte, die klar, tiefgründig und unerschrocken sind. Dass ihre Stimme im Rahmen des Festivals geehrt wird, unterstreicht nicht nur ihre Bedeutung für die Gegenwartslyrik, sondern auch die lebendige Offenheit dieses literarischen Treffpunkts.

Das Internationale Lyrikfestival Basel (22.–25. Januar 2026) bildet den festlichen Rahmen der Preisverleihung und präsentiert erneut ein dichtes Programm aus Lesungen, Performances und literarischen Interventionen im Stadtraum. Bereits am 18. Januar, 10:30 Uhr eröffnet die Kinderlesung „Wo ist mein Kopf“ mit Elias Hauck bei freiem Eintritt das Vorprogramm. Zum Festivalauftakt am 22. Januar, 17 Uhr folgen ein Lyrikspaziergang am Rhein sowie ein poetischer Beitrag von Schüler:innen um 19 Uhr im Literaturhaus Basel, die sich künstlerisch mit Yayoi Kusamas Werk auseinandersetzen. Am 23. Januar lesen Volha Hapeyeva (18 Uhr) und Nathalie Schmid (19:15 Uhr), bevor das Late Night Varieté um 21 Uhr den Raum zwischen Sprache, Performance und Experiment öffnet. Der 24. Januar bietet um 14:30 Uhr lyrische Dialoge zwischen Esther Kinsky und Michael Spyra und der Blumenladen Au Bouquet verwandelt sich um 17 Uhr bei freiem Eintritt in eine intime Poesie-Bühne mit der Gruppe Lyriker:innen, die das Festival veranstalten. Nach der Preisverleihung an Barbara Hundegger lädt das Festival zum Apéro, gefolgt von einem Konzert von Jens Friebe um 21 Uhr, der mit pointierten Texten und sehnsüchtig verspielten Melodien begeistert. Am 25. Januar erwartet das Publikum um 11:30 Uhr eine poetische Erkundungen von Erdschichten rund um „Feldspat, Quarz und Glimmer…“ und ein Porträt der Dichterin Monika Rinck um 14 Uhr sowie eine lyrische Sofalesung mit Julia Rüegger und Valerie-Katharina Meyer um 17 Uhr runden das Festival ab.

Weitere Infos: lyrikfestival.ch

Bilde: Literaturhaus Basel; Copyright: Samuel Bramley

About Author

redaktion