Drei Fragen an … Timothy Connor (Bariton), neues Ensemblemitglied am Theater Freiburg
Seit der Spielzeit 2025/26 bereichert der nordirische Bariton Timothy Connor das Ensemble des Theaters Freiburg. Er bringt internationale Erfahrung
Seit der Spielzeit 2025/26 bereichert der nordirische Bariton Timothy Connor das Ensemble des Theaters Freiburg. Er bringt internationale Erfahrung mit in den Breisgau: Sein Weg führte ihn von renommierten Londoner Institutionen wie dem Royal College of Music, der Guildhall School of Music and Drama und dem Trinity Laban Conservatoire direkt auf die großen Bühnen. Es folgten Gastengagements, die ihn unter anderem an die Scottish Opera, das Théâtre du Châtelet in Paris und die Metropolitan Opera in New York führten. Auch bei den Bregenzer Festspielen sowie am Nationaltheater Mannheim war er bereits zu erleben. 2023 wurde seine Arbeit mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis als bester Nachwuchssänger gewürdigt, zudem wurde er als Britten-Pears Young Artist gefördert.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Neuen Musik, was sich auch in seinem aktuellen Wirken in Freiburg widerspiegelt. Hier ist er derzeit in zwei anspruchsvollen Produktionen zu sehen: als Teil der Besetzung von John Adams‘ „Doctor Atomic“ sowie in der Opernadaption „The Loser“. Wir haben Timothy Connor drei Fragen gestellt.
Kultur Joker: Welche Angewohnheit oder welches Ritual pflegen Sie vor einer Premiere oder einem wichtigen Auftritt/Einsatz, und wie ist es entstanden?
Timothy Connor: Vor einer Premiere versuche ich, die Dinge möglichst einfach zu halten. Zu diesem Zeitpunkt ist die eigentliche Arbeit längst getan, deshalb habe ich gelernt, den Tag nicht mit zu vielen Gedanken oder letzten Korrekturen zu überfrachten.
Mein Ritual ist recht schlicht: ein ruhiger Spaziergang, frische Luft und ein kurzer Moment, um mich daran zu erinnern, dass meine Aufgabe nicht darin besteht, jemanden zu beeindrucken — sondern einfach da zu sein und die Geschichte zu erzählen. Das reicht meistens völlig aus.
Kultur Joker: Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem jüngeren Ich geben, das gerade seine Arbeit im Theater begonnen hat?
Timothy Connor: Ich würde ihm sagen, dass Sensibilität nicht mit Zerbrechlichkeit zu verwechseln ist. Es hat eine Weile gedauert, bis mir klar wurde, dass genau dieses genaue Hinsehen und Hinhören — auf Text, Musik, Menschen und Atmosphäre — im Opernbetrieb eigentlich das Entscheidende ist.
Außerdem würde ich sagen: Nimm dir Zeit. Karrieren in der Oper verlaufen selten so, wie man sie sich vorstellt, und das heißt nicht, dass man etwas falsch macht. Meistens bedeutet es einfach, dass man lernt.
Kultur Joker: Was war der Schlüsselmoment, in dem Sie wussten, dass Sie im Kulturbetrieb/Theater arbeiten möchten?
Timothy Connor: Ich glaube, es war der Moment, in dem mir klar wurde, dass ich vollkommen zufrieden damit bin, auf einer Bühne zu stehen, etwas leicht Unpraktisches anzuziehen und eine völlig unverhältnismäßige Menge an Emotionen auszudrücken — und dabei die Arbeit sehr ernst zu nehmen, mich selbst aber nicht allzu sehr.
Oper hat diese wunderbare Mischung aus Disziplin und Absurdität: Man arbeitet endlos an Technik und Details, und dann soll man loslassen und singen, als hinge das eigene Leben davon ab. Als mir auffiel, dass sich genau diese Mischung für mich ganz selbstverständlich anfühlt, war die Entscheidung im Grunde gefallen.
Kultur Joker: Herzlichen Dank für das Gespräch!
Weitere Termine:
Doctor Atomic: 10.1./29.1./18.2./6.3./20.3.
The Loser: 18.1./2.2./9.2.
Weitere Infos und Tickets: theater.freiburg.de
Copyright Bild: Theater Freiburg


