Nachhaltig Stadtleben

Im Zeichen humaner Solidarität: Bewegende Verleihung des Helga- und Werner-Sprenger-Friedenspreises 2025

Bereits zum elften Mal seit 2014 verlieh die Freiburger INTA-Stiftung am 23. November 2025 den Helga- und Werner-Sprenger-Friedenspreis, der

Im Zeichen humaner Solidarität: Bewegende Verleihung des Helga- und Werner-Sprenger-Friedenspreises 2025

Bereits zum elften Mal seit 2014 verlieh die Freiburger INTA-Stiftung am 23. November 2025 den Helga- und Werner-Sprenger-Friedenspreis, der mit 5000 € dotiert ist. Sie folgt damit dem von dem Ehepaar Sprenger zeitlebens verfolgten friedenspolitischen Engagement und deren Einsatz für gesellschaftliche Gerechtigkeit und gegen die Ursachen von Hunger und Not in der Welt. Über die Auswahl der Preisträger entscheidet eine Jury, bestehend aus den Stiftungsratsmitgliedern Uwe Bergmann, Peter Herrmann und Charlotte Frietsch, sowie der Schönauer Unternehmerin und Umweltaktivistin Ursula Sladek und dem Staatsminister a.D. Gernot Erler.
Die Preisverleihung wurde stimmungsvoll durch den vielstimmigen Gesang der Frauen-Songgruppe „Musik für den Frieden“ mit dem Lied „Seasons of Love“ eingeleitet, dem sich besinnliche Gedenkworte an die noch nicht so lange verstorbene Helga Sprenger von Peter Herrmann anschlossen.

Die Preisverleihung
In der Laudatio für den ersten Preisträger „Indienhilfe – Wasser ist Leben e.V.“ aus Gundelfingen zeichnete der Indienexperte Clemens Jürgenmeyer zunächst ein düsteres Bild von der grenzenlosen Armut, die in weiten Teilen Indiens herrscht, zu deren wesentlichen Grundlagen der massenhaft fehlende freie Zugang zu trinkbarem Wasser zählt. Die 1995 bei einem Schulfest der Gundelfinger Johann-Peter-Hebel Grundschule entstandene „Initiative Wasser ist Leben“ begann aus gesammelten Spendenmitteln ein indisches Mädchendorf mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Im Laufe der Zeit entstand ein Trink- und Abwassersystem sowie Regenwasser-Sammelbecken. Aus dieser Initiative ging 2008 der genannte Verein hervor und er kooperiert seitdem mit einem christlichen Frauenorden vor Ort. So konnte durch Patenschaften, Spenden und Stiftungen der Wirkungskreis erweitert werden. Ein Schulgebäude in einem Slum wurde saniert, Hilfszentren für die Ärmsten der Armen wurden mit Brunnen und Solartechnik ausgerüstet, Kinder und Frauen bei Schul- und Berufsausbildungen gefördert und damit ist nur ein Teil des Förder- und Hilfsspektrums benannt. Die heute über 80-jährige Gründerin Gerda Geretschläger stand und steht dem Verein von Anfang bis heute vor und nahm voller Dankbarkeit die Preisurkunde über 2500 € überreicht von Gernot Erler in Empfang.
Nach dem Lied „Hört doch hin“ der Songgruppe stellte Ursula Sladek die zweiten Preisträger vor. Im Mittelpunkt des Wirkens der gemeinnützigen „Stadtpiraten Freiburg e.V.“ steht die fürsorgende Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien mit Fluchterfahrung. Die Aktivitäten erstrecken sich über die drei Freiburger Stadtteile Vauban, Littenweiler und Betzenhausen, im Kinderbereich direkt in den dortigen Gemeinschaftsunterkünften.
Dabei, so Sladek, gehe es den Aktiven nicht nur um punktuelle Unterstützung, sondern um nachhaltige Betreuung. Die Menschen wie sie sind annehmen und mit ihnen gemeinsame Perspektiven entwickeln ist das Ziel. So werden als Gegenmodell zu Vereinzelung, Gewalt und Ausgrenzung gemeinschaftliche Unternehmungen auf Basis von Respekt und Achtung des Gegenübers, Nachhilfeprogramme, Ausflüge und vieles mehr organisiert. Im Verein arbeiten wenige hauptamtlich, das Fundament bilden mehr als 70 Ehrenamtliche. Auch hier zeigten sich die Vertreter der Geehrten bei der Urkundenübergabe voller Freude und Dankbarkeit.

Die Überraschung
Damit aber nicht genug: Ohne vorherige Kenntnis erhielten Ursula Sladek und Gernot Erler von der INTA-Stiftung jeweils einen Ehrenfriedenspreis dotiert mit jeweils 1500 € für ihr beider jahrzehntelanges gesellschaftspolitisches Engagement überreicht. Ursula Sladek für ihr konsequentes und entschiedenes Eintreten für Klimagerechtigkeit, zum Beispiel durch die zusammen mit ihrem Mann Michael durchgefochtene Gründung der Bürger­energiegenossenschaft EWS-Schönau, in Deutschland und international besser bekannt als die „Stromrebellen Schönau“.
Bei Gernot Erler gab sein stets präsentes friedenspolitisches Engagement auf nationaler wie als Staatsminister auf internationaler Ebene den Ausschlag, bei dem er immer der ausgleichenden Diplomatie statt der Konfliktverschärfung den Vorzug gab.
Beide Geehrte zeigten sich sichtlich freudig überrascht und spendeten spontan ihren Ehrenpreis den beiden zuvor bedachten Organisationen: Sladek den Stadtpiraten und Erler der Indienhilfe.
„Musik für den Frieden“ beendete mit dem passenden Song „Caravan of Love“ diesen denkwürdigen Event im Zeichen humaner Solidarität. Ebenso passend war mit der ehemaligen Vauban-Kaserne der Veranstaltungsort gewählt, die nach ihrem Umbau zu einem Stadtteilzentrum heute ausschließlich zivilgesellschaftlich genutzt wird.

Weitere Infos: www.inta-stiftung.de

Bild: v. l. Peter Herrmann, Charlotte Frietsch (Stiftungsrat INTA Stiftung), Johannes Nussbächer, mit Urkunde Jasmin Wild (beide Stadtpiraten Freiburg e.V:) mit Urkunde: Gerda Geretschläger (Indienhilfe – Wasser ist Leben e.V.) mit ihren drei Mitstreiterinnen. Hinten Mitte: Gernot Erler, vorne Ursula Sladek, rechts Uwe Baumann (Stiftungsrat INTA-Stiftung) © Uli Glasemann

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Erich Krieger