Nachhaltig

Der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe zeigt, dass Freiburg beim Stadtgrün erheblichen Nachholbedarf hat

Heiße Tage und tropische Nächte gehören inzwischen auch in Deutschland immer häufiger zum Sommer. Zwar sind hohe Temperaturen im

Der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe zeigt, dass Freiburg beim Stadtgrün erheblichen Nachholbedarf hat

Heiße Tage und tropische Nächte gehören inzwischen auch in Deutschland immer häufiger zum Sommer. Zwar sind hohe Temperaturen im Juni nichts Ungewöhnliches, doch ihre Intensität und Dauer nehmen seit Jahren zu. Laut dem Deutschen Wetterdienst hat sich Deutschland gegenüber der vorindustriellen Zeit bereits um rund 2,5 Grad Celsius erwärmt, mit spürbaren Folgen für Mensch und Umwelt.

Wie groß der Handlungsbedarf in den Städten ist, zeigt der aktuelle Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Untersucht wurden alle 195 deutschen Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern. Bewertet wurden unter anderem die Versiegelung durch Beton und Asphalt, die Bevölkerungsdichte sowie der Bestand schattenspendender Bäume. Während Kiel und Wuppertal besonders gut abschnitten, bilden mit Mannheim, Lahr und Offenburg gleich drei baden-württembergische Städte das Schlusslicht.

Auch Freiburg schneidet enttäuschend ab: Die Stadt landet lediglich auf Rang 176. Besonders alarmierend ist der Verlust von 4.906 Bäumen zwischen 2018 und 2025. Bundesweit verschwanden laut DUH im gleichen Zeitraum rund 900.000 Bäume aus den untersuchten Städten. Dabei sind sie unverzichtbar, um Hitzeinseln abzumildern, Schatten zu spenden und das Stadtklima zu verbessern. In Freiburg wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Flächen bebaut, auf denen zuvor Grün vorhanden war. Ehemalige Kleingartenanlagen wie Kleineschholz oder Gutleutmatten verschwanden, während neue Quartiere wie das Güterbahnhofareal vielerorts von Beton und Asphalt geprägt sind. Dabei zeigen Stadtteile wie Vauban, dass eine klimaangepasste und begrünte Stadtentwicklung durchaus möglich ist.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert deshalb mehr Stadtgrün und einen stärkeren Schutz bestehender Bäume. Auch weitere Versiegelungen und Nachverdichtungen sollten kritisch hinterfragt werden. Statt immer neue Flächen zu bebauen, braucht es mehr Entsiegelung, neue Baumpflanzungen und begrünte Freiräume.

Doch nicht nur Politik und Verwaltung sind gefragt. Auch Privatpersonen können ihren Beitrag leisten. Viele Vorgärten und Einfahrten sind vollständig gepflastert, obwohl jeder entsiegelte Quadratmeter Regenwasser aufnehmen, Lebensraum schaffen und zur Abkühlung beitragen kann. Schottergärten sind in Baden-Württemberg zwar längst verboten, werden aber vielerorts weiterhin geduldet.

Die zunehmende Sommerhitze macht deutlich, dass Städte widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel werden müssen. Mehr Bäume, weniger Asphalt und eine konsequente Begrünung sind dabei keine bloßen Verschönerungsmaßnahmen, sondern wichtige Investitionen in Lebensqualität, Gesundheit und Klimaanpassung. Freiburg hat sich den Ruf einer Umweltstadt erarbeitet, nun gilt es, diesem Anspruch auch bei der Stadtentwicklung wieder stärker gerecht zu werden.

Weitere Infos: duh.de

Bild: Grünflächen tragen zu einem angenehmen Stadtklima bei Copyright: Egor Komarov/pexels

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Alisa Guschker