Urban Gardening: Wie aus Baumscheiben, Hochbeeten und Nachbarschaftsprojekten neue grüne Orte entstehen
Zwischen Häuserfassaden, Straßenbahnschienen und dicht bebauten Innenhöfen wächst in Freiburg immer mehr Grün. Wo früher oft nur kahle Verkehrsinseln,
Zwischen Häuserfassaden, Straßenbahnschienen und dicht bebauten Innenhöfen wächst in Freiburg immer mehr Grün. Wo früher oft nur kahle Verkehrsinseln, Rasenflächen oder unbeachtete Baumscheiben lagen, entstehen heute kleine Gärten mitten in der Stadt. Menschen pflanzen Kräuter, Tomaten, Wildblumen oder Gemüse an, kümmern sich gemeinsam um Hochbeete oder verwandeln Baumscheiben in kleine Blühflächen. Urbane Gärten sind längst mehr als nur ein ökologischer Trend. Sie verändern das Zusammenleben in den Stadtteilen und schaffen Orte, an denen Nachbarschaft, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft zusammenkommen.
Auch in Freiburg gewinnen urbane Gärten zunehmend an Bedeutung. Sie bringen Natur zurück in versiegelte Räume und machen sichtbar, wie stark das Bedürfnis vieler Menschen nach gemeinschaftlichen Orten und nach mehr Grün im Alltag geworden ist. Gleichzeitig leisten sie einen konkreten Beitrag zur Artenvielfalt. Blühpflanzen bieten Nahrung für Bienen und andere Insekten, begrünte Flächen kühlen die Umgebung im Sommer und verbessern das Mikroklima in dicht bebauten Quartieren.
Besonders sichtbar wird dieses Engagement in vielen Freiburger Stadtteilen rund um die sogenannten Baumscheiben, den Boden um das untere Ende eines Baumstamms. Immer häufiger bepflanzen Anwohner:innen die Flächen rund um Straßenbäume mit Blumen, Kräutern oder kleinen Stauden. Daraus entstehen sogar Initiativen wie „Freiburg blüht auf 2026“, bei der Bürger:innen gemeinsam Baumscheiben begrünen und pflegen. Aus unscheinbaren Erdflächen werden dadurch kleine grüne Inseln mitten im Straßenraum.
Auch Initiativen wie „Mehr Bäume Jetzt“ zeigen, wie groß das Interesse an urbanem Grün geworden ist. Die Bewegung setzt sich dafür ein, junge Bäume und Setzlinge zu retten und neu anzupflanzen, statt sie wegzuwerfen oder ungenutzt wachsen zu lassen. Dahinter steht die Idee, Städte klimaresistenter und lebenswerter zu machen. Gerade angesichts steigender Temperaturen und immer häufigerer Hitzesommer bekommt die Begrünung urbaner Räume eine neue Dringlichkeit.
Wer keinen eigenen Garten oder Kleingarten besitzt, muss deshalb längst nicht auf das Gärtnern verzichten. Freiburg bietet zahlreiche Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Neben Gemeinschaftsgärten auf privaten Flächen gibt es mittlerweile zwölf urbane Gärten auf öffentlichen Grünflächen der Stadt. Sie entstehen in Zusammenarbeit mit dem Garten- und Tiefbauamt und werden von Ehrenamtlichen gemeinschaftlich gepflegt. Dort wachsen Blumen, Kräuter und oft auch Gemüse. Viele der Gärten setzen bewusst auf offene Konzepte. Mitmachen kann grundsätzlich jede:r, unabhängig von Alter oder Erfahrung.
Die urbanen Gärten sind dabei weit mehr als reine Pflanzflächen. Gerade in einer zunehmend individualisierten und digitalisierten Gesellschaft schaffen solche Orte reale Begegnungen und neue Formen von Nachbarschaft.
Foto: Die Wiehre in Freiburg blüht: Bepflanzte Baumscheiben sorgen für ein besseres Stadtklima © Olivia Besters




