„Almut spielte Gitarre“: Das Künstlerpaar Almut und Ludwig Quaas feiert doppelt 80. Geburtstag – mit einer Ausstellung
Ludwig Quaas beging im Juli seinen 80. Geburtstag. Als Sohn einer kinderreichen Düsseldorfer Pfarrersfamilie lag zunächst das Theologie-Studium nahe,
By Martin Flashar
September 6, 2025
Ludwig Quaas beging im Juli seinen 80. Geburtstag. Als Sohn einer kinderreichen Düsseldorfer Pfarrersfamilie lag zunächst das Theologie-Studium nahe, das er 1970 mit Examen auch absolvierte. Zuvor und parallel besuchte er aber regelmäßig Kurse an der Kunstakademie vor Ort. Es folgte das Medizin-Studium mit Abschluss 1975. Die Mehrfachbegabung war von Jugend an schon angelegt. Im Freiburger Umfeld bleibt er vor allem bekannt als Chef der Gynäkologie im Diakoniekrankenhaus (bis 2010). Danach ‚explodierte‘ er gleichsam – trotz mittlerweile gesundheitlicher Beeinträchtigung. Er produzierte Grisaillen, gestisch-lineare Zeichnungen im Stil noch des Informel, dann auch teil-gegenständliche Malerei, seit 2017 gab ihm der Freiburger Keramik-Künstler Stefan Hasslinger Unterricht – und fortan ging es fix: Ludwig schaffte sich einen Brennofen an und produziert seitdem unaufhörlich keramische Skulpturen, intuitiv aus den Händen geformt – nahezu allesamt abstrakt.
Almut & Ludwig Quaas, „Das Netz des Hephaistos“ 3, 2015, 80 x 60 cm, 2015 (Foto: Katalog)
Almut Quaas folgt ihrem Mann im September dieses Jahres mit demselben Jubiläum nach. Beide lernten sich in Bethel bei Bielefeld kennen, wo er bereits im ersten Semester an der Theologischen Hochschule studierte und sie noch die Abiturklasse des Gymnasiums besuchte: Eine Studenten-Féte war der Auslöser, sie wollte erst nicht hingehen, wegen der Theologen, aber: „Almut spielte so schön Gitarre“, sagt er im Rückblick; es kam zum ersten Kuss. 1972 folgte die standesamtliche, 1973 die kirchliche Heirat.