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Kinderbücher? Tolle Sache! Hier ein paar spannende Tipps für ABC-Neulinge, Comicfans und Lesemuffel

Fantasievoll-verrückten Erstlese-Spaß bietet die so üppig wie dynamisch bebilderte Erstlese-Reihe „Jim Salabim“. Die beginnt mit großem Ärger: Kurz vor

Kinderbücher? Tolle Sache! Hier ein paar spannende Tipps für ABC-Neulinge, Comicfans und Lesemuffel

Fantasievoll-verrückten Erstlese-Spaß bietet die so üppig wie dynamisch bebilderte Erstlese-Reihe „Jim Salabim“. Die beginnt mit großem Ärger: Kurz vor der Vorstellung ist nicht nur der Zauberstab von Mogel-Strauß angeknabbert, sondern auch sein Zylinder-Personal ausgebüxt. Und jetzt? Schickt er seine Späher los, um den rosaroten Langohrhasen Jim und die elf frechen Küken wieder einzufangen? Leider sind die Tauben Pick und Nick nicht die Hellsten und auch der Elefant und sein Assistent Hund-Katze vom beauftragten Detektivbüro Klamm & Heimlich stolpern auf ihrer Jagd erfolglos durch immer neue Porzellanläden und Pleiten… Tierisch lustig!
Ein echter Lese-Verführer ist auch der Grundschulcomic „Ulf und die entführte Lehrerin“: Tasche, Schlüssel, Kaffeetasse – alles steht noch auf dem Lehrer-Pult, doch von Frau Süllmann selbst keine Spur. Dafür entdeckt die aufgebrachte Klasse eine Erpresser-Nachricht auf der Tafel: 495 Euro in kleinen Scheinen, keine Polizei, keine Erwachsenen. Endlich wieder ein Fall für die Detektivbande, die auch sofort loslegt, oberpeinliche Ermittlungspannen inklusive. Witzig und quicklebendig! Genauso wie der spannende Mit-Rate-Comic „Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum“: Gerade hat Stanley endgültig seinen Verbrecherjagdhut an den Nagel gehängt und freut sich auf Ausschlafen und Puzzles, da flattert ihm ein Hilfe-Ruf ins Haus: Im Kunstmuseum wurde eingebrochen! Klar, zieht Stanley sofort los… Jetzt gibt es jede Menge Spuren und Zickzackwendungen, vor allem aber fantasievoll-witzige Details und ein hinreißend tierische Ensemble. Mit leuchtenden, monochromen Farben und dicken, schwarzen Konturlinien passt das Bildkonzept auch inhaltlich: Gestohlen wurde bei diesem fast genialen Coup nämlich ein berühmtes Gemälde aus der Ausstellung von Zieg Mondrian alias Piet Mondrian. Very british!

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Rasant erzählt „Einmal kurz nicht aufgepasst!“ von einer unglaublichen Odyssee: Eben haben sich die beiden Waschbären Walther und Juri die Bäuche in einer Abfalltonne vollgeschlagen, da landen sie auch schon in einer Müllanlage, werden im letzten Moment vom Laufband gefischt, flüchten dann aus dem Tierheim zum Hafen und – schwups auf ein Containerschiff… Irgendwann schaukeln sie mit Kaninchen Dexter und Schiffs-Kampfhündin Tony in einem Kochtopf über die Wellen, reisen im Maul von Wal Torben und mit einer Gruppe Nixen, bis sie endlich wieder ans Festland kommen. Was für ein Abenteuer! Fast ohne ein Wort, mit viel Tempo und Situationskomik in satt-bunten Panels eingefangen! Ein ebenso schräges wie eindrucksvolles Märchen gegen die Ausbeutung und Zerstörung der Natur ist „Moor Myrte“. Die beiden Protagonistinnen haben Roald-Dahl-Charme: Zwei bettelarme Schwestern in einer Bruchbude am Rande der Stadt, die eine freundlich und lustig, die andere herrisch und böse. Weil Ekelpaket Magnolia immer friert, will Beatrice ihr einen Pullover stricken und zieht los in den Wald, um Schätze zu finden, die sie gegen Wolle tauschen kann. Wie sie dem Monsterspinnen-Wesen Moor Myrte in die Fänge gerät und deren Zauberseide alles verändert, ist kluge Kapitalismuskritik, mit umwerfendem Witz und viel Herz in Szene gesetzt.

  • Karsten Teich: Jim Salabim und der Mogel-Strauß. Tulipan Verlag, 2025. 60 Seiten, 12 Euro. Ab 5
  • Tanja Esch: Ulf und die entführte Lehrerin. Kibitz Verlag, 2025. Ab 6
  • Hannah Tunnicliffe, Erica Harrison: Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum. Aus dem Englischen von Jan-Frederik Bandel. Ab 6
  • Regina Kehn: Einmal kurz nicht aufgepasst! Kibitz Verlag, 2025. Ab 6
    *Sid Sharp: Moor Myrte und das Zaubergarn. Übersetzt von Alexandra Rak. Nord.Süd Verlag, 2025. Ab 8

Bild: Foto von Andrea Piacquadio/pexels

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Marion Klötzer