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Ein buntes Potpourri: Das Kinderstück „Sprechen“ für Kids ab 10 Jahren feierte Premiere am Theater Freiburg

Wie ist das eigentlich mit dem Sprechen, was passiert da im Körper vom Gedanke bis zum Wort, wie funktioniert

Ein buntes Potpourri: Das Kinderstück „Sprechen“ für Kids ab 10 Jahren feierte Premiere am Theater Freiburg

Wie ist das eigentlich mit dem Sprechen, was passiert da im Körper vom Gedanke bis zum Wort, wie funktioniert Senden und Empfangen, auf welchen Kanälen kommunizieren wir und welche Macht hat Sprache? Rund um diese Fragen hat Regisseurin, Tänzerin und Choreografin Birgit Freitag jetzt zusammen mit ihrem bunt gemischten Ensemble ein Tanzstück für das Junge Theater Freiburg gemacht. Mit dabei sind neben Jorid Lucaczik und Kei Muramoto vom Schauspiel-Ensemble, die Bremer Tänzerin Neus Ledesma Vidal und Maskenbildnerin Bernadette Neukirch auch die drei Kinder Leni Fix, Lotte Gütlein und Pauline Salzmann.

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Dabei wird in der rund einstündigen Inszenierung im Weltraum erst einmal kein Wort gesprochen: Auf der leeren, weißen Schachtel-Bühne steht nur ein Riesenpilz mit Soundstation und ein Schlagzeug, zu Elektrosound und ganz unterschiedlichen Beat-Qualitäten gibt’s Ausdruckstanz mit futuristischem Schaumstoff-Stachelkopf. Dann stellen sich die Akteure im Labor für Sprechexperimente vor: Die spanische Schnellsprecherin, die Gebärdensprach – Spezialistin, der japanische Profi für „andere Sprachen lernen“, die Zuhör-Spezialistin, die für Rhythmus oder Pilzkommunikation. Sprechen ist – schön, schwierig, blöd oder mutig, dazu haben sie viele Beispiele parat. Und stimmen auch gleich einen Chor mit verschiedenen Comic-Lauten an, „Flipp-Flopp“ skandiert dazu das Publikum.
Es ist eine Collage aus ganz unterschiedlichen Aspekten: Mal geht es um die Unterschiede von Lautworten im Japanischen („Dokidoki“ schlägt da das verliebte Herz) und Deutschen, mal um Gebärden und wie der ganze Körper spricht, das Hier und Jetzt oder wie Sprache Menschen unsichtbar machen kann, definiert und determiniert. Und kann sie nicht sogar auch zaubern? Ein buntes Potpourri, immer wieder mit dynamischem Tanz (Choreografie: Birgit Freitag) und viel Musik (Michael Henn) in Szene gesetzt. So singen sie einen wilden Punk-Song über den „Satz, der stecken bleibt“ und den „Kloß in deinem Hals“, es gibt Sprechgesang und eine Hiphop-Einlage, sie sammeln Lieblingsworte wie Flughörnchen, Quasselstrippe oder Pusteblume und fragen sich, ob Pilze in ihrem riesigen Netzwerk auch streiten können und ob der letzte im Myzel das auch mitkriegt. Sie summen, flüstern, tönen und berühren sich, experimentieren mit Kommunikationsformen, stellen viele Fragen und erzählen Geschichten mit den Füßen und Gebärden. Das hat viele bunte und interessante Momente, wirkt aber wie eine lose Zettelsammlung und will nicht recht zusammen halten. So kommt´s dann auch, dass manches allzu abstrakt bleibt, anderes blass und flüchtig. Wie weit diese Inszenierung beim Zielpublikum außerhalb der begeistert gefeierten Premiere funktioniert, bleibt spannend.

Weitere Termine bis 21. Mai. Am 4. Mai um 10 Uhr und am 21. Mai um 18 Uhr mit Gebärdensprache. Ab 10. theater.freiburg.de

Bild: v.l.n.r.: Neus Ledesma Vidal, Kei Muramoto, Lotte Gütlein, Bernadette Neukirch, Leni Fix, Jorid Lukaczik, Pauline Salzmann © Marc Doradzillo

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Marion Klötzer