Lesung: Alexander Smoltczyk: Lissabon 1941: Stadt der Spione, Hafen der Hoffnung

Eine malerische Stadt am Meer – und: ein Wartesaal, in dem die Weltgeschichte auf ihre Abreise wartet. Genau das ist Lissabon, 1940/41: der letzte Notausgang eines Kontinents in Flammen. Wer Hitlers Schergen entgehen und einer prekären Freiheit auf der anderen Atlantikseite entgegenstreben will, der muss in die portugiesische Kapitale. Starreporter Alexander Smoltczyk – jahrzehntelang Auslandskorrespondent des „Spiegel“, mehrfach ausgezeichnet mit dem Henri-Nannen- und dem Egon-Erwin-Kisch-Preis – erzählt in seinem hochatmosphärischen Sachbuch vom tragisch-filmreifen Leben am Tejo. Britische Spione belauern deutsche Agenten, während beide Seiten um kriegswichtige Erze und salzige Sardinen für die Truppenversorgung feilschen. Mit uns im Wartesaal: Josephine Baker. Die verjagten Windsors. Hannah Arendt auf der Flucht. Und ein Agent namens Ian Fleming, der hier Stoff sammelt, bevor er einen gewissen James Bond erfindet.