Digitale Zwillinge großer Hirnnetzwerke – Forschungsplattformen für die künstliche Intelligenz (Prof. Dr. Markus Diesmann, FZ Jülich)

Das Großhirn von Säugetieren beruht auf einem einheitlichen Baustein: Lokalen Netzwerken von Nervenzellen, sogenannten Mikro-Schaltkreisen. Menschen haben mehr vom Gleichen. Von der Maus zum Menschen vergrößert sich das Volumen des Großhirns etwa tausendfach. Ähnliche Gewebe finden sich zudem in den verschiedenen Hirnarealen derselben Art, unabhängig davon, ob sie visuelle oder auditorische Information verarbeiten, oder mit der Planung von Bewegungen beschäftigt sind. Auf dieser zweifachen Einheitlichkeit beruht die Hoffnung, dass wir grundlegende Prinzipien der Informationsverarbeitung des Gehirns entdecken können.
Der Vortrag bespricht, wie digitale Zwillinge von Hirnnetzwerken als Forschungsplattform dienen können, um effiziente, skalierbare KI-Systeme zu entwickeln.
Das Bernstein Center Freiburg und die Fakultät für Biologie laden im Wintersemester 2026/27 wieder zu spannenden Fragen, kreativen Ansätzen und praxisbezogenen Methoden rund um das Thema Neurowissenschaften ein. Herausragende Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus ganz Deutschland werden jeweils aus Sicht ihrer Disziplin anschaulich und verständlich über ihre Forschung berichten.