Lesung: Tash Aw: Der Süden

Es flirrt, es dürstet, es lodert: Tash Aws Sensationsroman „Der Süden“ fackelt nicht lange – er liefert ein „Call Me by Your Name“ der Tropen und zugleich Aws dritte Chance auf den prestigeträchtigen Booker-Preis. Malaysia, 1997: Auf einer ererbten Farm, die in monatelanger Dürre verdorrt, soll der sechzehnjährige Jay das ausgezehrte Land bestellen – Seite an Seite mit Chuan, dem Sohn des Verwalters. Im Staub der Felder und der glühenden Straßen lädt sich zwischen den beiden etwas auf, das keiner auszusprechen wagt: erste Begierde, erstes Erwachen, so unabweisbar wie unaussprechlich. So privat das Verlangen, so politisch die fragile Basis ihrer Beziehung: Klassenschranken, ethnische Hierarchien und eine Finanzkrise, die der Familie den Boden entzieht. Aw – in London zu Hause, für die „New York Times“ und die BBC im Einsatz – schreibt so sinnlich wie präzise. „Ein grandioses Buch“, meint Kultautor Édouard Louis. Intim, weitsichtig, verdammt heiß – und der Auftakt eines episch angelegten Romanquartetts.