Jubiläumskonzert: Mendelssohn „Walpurgisnacht“ – „Lobgesang“

In 2026 feiert der Freiburger Oratorienchor sein 50jähriges Jubiläum mit zwei großen Konzerten. Das erste findet im Konzerthaus mit einem Programm statt, dass man vielleicht unter dem Aspekt der Toleranz, des Achtens gegensätzlicher Ansichten und der Sehnsucht nach Freiheit betrachten könnte.
Johann Wolfgang von Goethe nannte sein Gedicht Die erste Walpurgisnacht eine „dramatische Ballade“. Sie stellt einen reinen, aus der Erkenntnis der Natur entstandenen Monotheismus den andersgläubigen Sitten der frühen europäischen Kirche gegenüber. Der zentrale Gedanke ist die unreflektierte Intoleranz einer sich selbst absolut setzenden Institution gegenüber einer Minderheit so wie die unausgesprochene Forderung nach Toleranz für Andersdenkende bzw. Abergläubige. Felix Mendelssohn, ein enger Freund Goethes, setzte dieses Gedicht in Töne und schrieb nach der Vollendung der ersten Fassung an seine Schwester Fanny: „Nun hat sich das Ding gestaltet, ist aber eine große Cantate mit großem Orchester geworden…“ Diese Komposition gehört anerkanntermaßen zu den besten Werken der weltlichen Vokalmusik des 19. Jahrhunderts.
1840 war der Anlass für die Komposition der Sinfonie Nr 2 in B-Dur, die gleichermaßen unter dem Namen Lobgesang bekannt ist, das 400jährige Jubiläum der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg. Mendelssohn sah in der Buchdruckerei den Sieg des menschlichen Geistes über die Finsternis. Der Freiburger Oratorienchor nimmt diese „Jubiläumskomposition“ als zentrales Hauptwerk seines Jubiläumskonzertes.
Neben Johanna Allevato, Sopran, Julia Werner, Alt, Philipp Nicklaus, Tenor und Hanno Müller-Brachmann, Bass musiziert die Bodensee Philharmonie. Die Leitung hat Bernhard Gärtner.
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