Lesung: Julia Ebner: Von Fitness zu Faschismus: Gefahren extremer Männlichkeit

Ein Junge mit Selbstzweifeln, eine Hantelbank, ein TikTok-Feed: Was mit Proteinshake und Trainingsplan beginnt, kippt nach einer Überdosis Fitness-Reels heutzutage leicht in Andrew Tates toxisches Weltbild. Von dort aus, so argumentiert dieses Bestseller-Buch der Stunde zum gesellschaftlichen Topthema schlechthin, ist es gar nicht mehr weit bis zum Faschismus. Julia Ebner, Radikalisierungsexpertin in Oxford und bekannt aus vielen TV-Talkrunden, geht undercover dorthin, wo uns der männliche Nachwuchs verloren geht: in die Muskel-Gyms und Online-Abgründe der „Manosphere“, zu Nick Fuentes und dem Versprechen „Looksmaxxing = Erfolg = Dominanz“. Ebner zeigt, wie aus gewaltvoller Männlichkeit ein globales Geschäft und ein politisches Projekt wird – von nationalistischen „Active Clubs“ bis zu KI-generierter sexualisierter Gewalt. Die „Österreicherin des Jahres“ seziert das packend und beängstigend scharfsichtig: ein Weckruf für uns alle. Denn was hier in den Seilen hängt, ist am Ende die Demokratie.